4 Weeks 4 Sights, Niklas Goldbach, Julia Oschatz, Oliver Pietsch, Eske Schlüters, 9 January - 7 February 2009

09 Januar 17 - 20 Uhr / Oliver Pietsch

16 Januar 17 - 20 Uhr / Eske Schlüters

23 Januar 17 - 20 Uhr / Niklas Goldbach

30 Januar 17 - 20 Uhr / Julia Oschatz

 

Niklas Goldbach’s Arbeiten beschäftigen sich mit dystopischen Aspekten und Entwürfen unserer Welt und stellen Gegensätze zwischen öffentlichen und privaten Bereichen dar. Die traumähnliche Atmosphäre in Goldbach’s Videoarbeiten fängt den Moment ein, in dem das Unterbewusstsein die Objektiviät verändert. In den Visionen von Dystopien entsteht ein Gefühl von Desorientierung und Melancholie. Als uniform gekleidete ‚urbane‘ Archetypen sind die Protagonisten seiner Arbeiten gefangen in Zeit und Raum - und wirken gemeinsam wie eine post-neoliberale Nostalgie. Gerüstet mit einer inneren Mission grenzen sie ihre temporären Terrains ab als ob sie die ersten und letzten Bewohner einer vorherbestimmten Welt sind.

 

Julia Oschatz schafft mit ihrem medial vielfältigen Werk sowohl idyllische als auch beängstigende Welten. Durch ihre raumgreifenden Installationen aus Objekten, Malerei und Filmen wandelt ein Geschöpf, halb Mensch, halb Tier. Das Wesen durchwandert verschiedene Situationen, die eine Visualisierung von allgemeinen Gefühlen und Athmosphären wie Einsamkeit, Missverständnis, Beobachtung oder Kontrolle darstellen. Es steht stellvertretend für jedes lebende Wesen, undefiniert und ohne spezifische Charakterzüge bildet es eine Projektionsfläche für den Betrachter und zugleich ein Vis-à-vis als zu beobachtendes Gegenüber des Zuschauers. In 4 Weeks 4 Sights erstellt Oschatz eine Wandinstallation bei der die Videoarbeiten in gemalte Bildflächen hineinprojiziert werden.

 

Oliver Pietsch destilliert für seine Filme einen eigenen Bilderzusammenhang aus dem unerschöpflichen Fundus der Genre- und Mainstream-Produktionen aus allen Epochen der Filmgeschichte. Er entfernt die Szenenschnipsel aus ihrem eigentlichen Filmkontext und fügt sie zu einer thematischen Reihung zusammen. Kurze Filmsequenzen werden aus historischen Quellen, Hollywood-Blockbustern und Dokumentarfilmen extrahiert, von Pietsch kombiniert und mit einer neuen Tonspur unterlegt. So enthüllt Pietsch die innere Struktur von Filmen und zeigt ein einheitliches System, welches den Betrachter anregt, seine Methoden der Wahrnehmung zu hinterfragen.

 

 

Eske Schlüters erforscht in filmischen Einzel- und Mehrfachprojektionen das Verstehen von bewegten Bildern und filmischen Abläufen, die nicht von einer stringenten Erzählhandlung geleitet werden. Schlüters Projektionen, die mit gefundenem Material experimentieren, sind ein Spiel aus Worten, Klängen und Bildern, die von deren metaphorischem Charakter und dem abhanden gekommenen größeren Zusammenhang sprechen. After the Rehearsal basiert auf einem Film über die Dreharbeiten zu Chantal Akermans Spielfilm ‚Jeanne Dielmann‘ von 1975 und stellt das Moment des Einübens an sich alltäglicher Handlungen ins Zentrum. Eske Schlüters reflektiert die Aufgabe des Schauspielers, eine Rolle genuin zu verkörpern, auch auf der Ebene des Tons, wenn sie Texte aus der Theatertheorie aus verschiedenen Sprachen übersetzt und zu einer eigenständigen Komposition montiert.

Oliver Pietsch, Adorno, 2003, Videostill